Bei einer Tee-Zusammenkunft können wir alle Alltagsgedanken ablegen und uns ganz dem gegenwärtigen Augenblick hingeben. Nichts lenkt uns dann ab, wenn wir den feinen Geruch des Duftholzes wahrnehmen, das der Gastgeber, die Gastgeberin vor Beginn der Zeremonie in das Holzkohlefeuer gelegt hat; wenn wir das Wasser im Kessel summen und darin "den Wind in den Kiefern" rauschen hören; wenn wir die Teeschale in die Hände nehmen, ihre Form, ihre Oberfläche, ihre Wärme verspüren und den dargebotenen Tee schmecken; wenn wir - nicht zuletzt - schweigend die Schönheit der Geräte in uns aufnehmen. Je mehr wir wahrnehmen, desto tiefer versinken wir, und die einzelnen Aktionen des Gastgebers, der Gastgeberin verlieren die Endlichkeit ihrer Kontur: Das Reinigen der Teedose mit dem Seidentuch entfernt nunmehr den Staub der ganzen Welt, und der kleine, in sich abgeschlossene Teeraum weitet sich ins Unendliche. Zen – das ist die tägliche Einübung ins Sterben, in die ‚Leerheit’ von Ich und Welt, und zugleich eine ungetrübte Bejahung eben dieser hinfälligen, weil letztlich leeren Welt. Aus solch wechselseitiger Durchdringung gegensätzlicher Einstellungen resultiert das, was die chinesischen Meister das ‚spielerisch-vergnügliche Leben’ derer genannt haben, die zur ‚Leerheit’ als dem wahren Wesen aller Dinge erwacht und eben deshalb, dem Leben aufs neue zugewandt, von keinen Anfechtungen mehr bedroht sind. Ganz ähnlich der Teeweg: Er ist von der Grundstimmung des 'ichigo ichie' gekennzeichnet: dass jede Tee-Zusammenkunft von Gastgeber/in und Gästen durch ihre Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit gekennzeichnet ist, als ein flüchtiges Ereignis, das den Keim seines Verschwindens von Anfang an in sich trägt, letztlich keinen besonderen Sinn hat – und gerade deshalb, wie ein ‚Spiel’ (asobi) erlebt wird. |
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Es geht ein Wind von drüben her,
So sanft, und schmeichelt dir Sich in den Leib, Und schält dich, Klingen-scharf, Aus dir und Welt heraus. Das schmerzt wohl schon, und schmerzt doch nicht. Zum Abschied ruft es dich. Und ruft dich heim, Dass du, von dort beschützt, Ohn’ Angst zur Welt dich kehrst. www.zen-gedichte.de |
Möglichkeiten zur Zen-Schulung (Wochenend-Sesshin/ 7-Tage-Sesshin) finden Sie hier:
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Hokuozan Sôgenji
Birkenweg 1, 27330 Asendorf Hokuozan.Sogenji@gmail.com |

