Tee und Zen in Asendorf 2016

Zum dritten Mal haben wir – diesmal angereist aus Görlitz, Dresden, Berlin, Hannover und Bochum – uns für ein Wochenende im Zen-Kloster Hokuozan Sôgenji versammelt und Teezeremonie mit reichlich Zazen garniert. Besonders erwähnenswert: 16 „Lehrlinge“ und ein Okashi-Kurs (zum besseren Verständnis: Okashi heißen die Süßigkeiten, die zum Tee gereicht werden). Auf dem Programm standen „Ukishima“, „Ichigo Daifuku“ und „Nerikiri“. Anfangs hielten sich die künftigen Okashi-Konditoren noch zurück, doch schließlich haben alle mit zugegriffen. Und beim Verzehr der frischen Köstlichkeiten wollte keiner mehr hintenan stehen!

 

Natürlich kam auch die Teezeremonie nicht zu kurz: Bei einem Wechsel von Koicha- und Usucha-Zubereitung („Teebrei“ und schaumig geschlagenem „dünnem Tee“) haben auch Neulinge ihre Scheu überwunden und obendrein den Wohlgeschmack vor allem des „dicken Tees“ zu genießen gelernt.

Auch das formelle Essen im Stil eines Rinzai-Zen-Klosters musste von dem einen oder der anderen erst noch „gelernt“ werden; doch auch das hat sehr bald geklappt.

 

Und das Zazen? Auch da gab es Routiniers und Anfänger, aber die Abfolge von stillem Sitzen und Kinhin (Geh-Meditation) war so angelegt, dass sich hinterher keine(r) von Beiden zu Beschwerden veranlasst gefühlt hat.

 

Anlass zu Andacht fand sich auch: Peter Pütz, seines Zeichens Shakuhachi-Bauer, -Spieler und -Lehrer, hat uns ein Konzert auf der Bambus-Flöte buddhistischer Wandermönche gegeben, deren Töne die Einsamkeit chinesisch-japanischer Bergwelten beschwören. Welcher Ort wäre dafür mehr prädestiniert als ein Zen-Kloster?