Buchankündigung: 'Zen und Zeit'

Nach ‚Bi-yan-lu‘, ‚Cong-rong-lu‘, ZEN – vom Kopf auf die Füße gestellt und ZEN – „Der Duft Hunderter von Blumen“ ist hier ein weiteres Buch von Dietrich Roloff anzukündigen. Es wird den Titel ‚Zen und Zeit‘  tragen und noch in diesem Sommer bei BoD erscheinen.

 

Für die Meisten, die hierzulande Zen lehren oder lernen, ist Zen eine japanische Errungenschaft, von der zwar irgendwie bekannt ist, dass es im chinesischen Chan einen ‚Vorläufer‘ hat. Doch auch wenn die grundlegenden Texte, auf die sich das japanische Zen beruft, solche aus dem alten China der Tang- bis Song-Dynastie sind, ist das Chan selbst mit seiner Verschmelzung von Buddha-Lehre und älterer Lehre vom DAO weithin unbekannt: Chan lediglich als ‚Vorläufer‘ des japanischen Zen zu behandeln, läuft auf eine Verfälschung der historischen Tatsachen hinaus – Chan ist nach wie vor das unbestreitbare Fundament des heutigen Zen.

 

Wie schon in seinen früheren Büchern greift der Verfasser daher auch diesmal auf die chinesischen Ursprünge des Zen zurück, geht noch einmal den dort auffindbaren Tendenzen nach und versucht, ganz nah an konkreter Erfahrung entlang, Zen aus der Falle bloßer Gläubigkeit („Der Buddha hat gesagt, …“) zu befreien. Das neue Buch zeichnet den Werdegang eigener kritischer Reflexion nach und liest sich zugleich wie ein Hymnus auf die Selbst-Charakterisierung des Chan, die ein Qing-yuan Xing-si bereits im 8. Jahrhundert formuliert hat: ‚Vor dem Erwachen sind die Berge Berge und die Flüsse Flüsse; während des Erwacht-Seins sind die Berge keine Berge und die Flüsse keine Flüsse mehr; und nach dem Erwachen sind die Berge wieder Berge und die Flüsse wieder Flüsse.‘