Rückblick: Tee- und Zen-Seminar im Rinzai-Zen-Kloster Hokuozan Sôgenji

„Wieder ein Glück ist erlebt“, hat einst Hölderlin formuliert. ‚Wieder ein Sommer-Seminar im Hokuozan Sôgenji ist erlebt‘, haben die langjährigen wie neuhinzugekommenen Teilnehmer/innen auf der Heimfahrt untereinander oder sich selbst gesagt.

 

 

In einer relativ kühlen Zendo haben wir uns abends und morgens unserem gewohnten Zazen hingegeben, einen Acht-Matten-Raum ausgelegt und uns auf bisher wenig geübte Teezeremonien konzentriert – in wunderbarem Morgenlicht und nachmittags im Schatten hoher Eichen, die die sommerliche Hitze auf ein gut erträgliches Maß ‚hinuntergedimmt‘ haben. Peter Pilz, einer der Seminar-Veteranen und mittlerweile ein gewiefter Sammler, hat zu entsprechenden Lichtbildern einen Vortrag zu alter chinesischer, koreanischer und japanischer Keramik gehalten und uns aus seiner reichhaltigen Sammlung Teeschalen aus der Momoyama- und frühen Edo-Zeit in die Hände gegeben, auf dass sich nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Hände an den unterschiedlichen Oberflächen erfreuen konnten: ein ‚Begreifen‘ im übertragenen wie im wörtlichen Sinne, das den meisten von uns sonst nicht zugänglich ist. Eine feierliche doppelte Kencha-Zeremonie ergab eine wohl länger nachwirkende Abrundung.