Zen-Reflexionen

Zen-Reflexionen · 12. April 2021
‚Kissako‘, drei Schriftzeichen, die sich häufig auf Kalligraphien finden, wie sie bei Tee-Zusammenkünften in der Tokonoma, der Bildnische, aufgehängt werden. Diese drei Schriftzeichen entstammen einem der unzähligen Kôan, mit denen sich Anhänger der Rinzai-Schule noch heute bei ihrer Zen-Übung konfrontiert sehen.
Zen-Reflexionen · 08. April 2021
Ganz bewusst habe ich der Überschrift nicht die Formulierung ‚Krise und Identität‘ gegeben, sondern andersherum ‚Identität und Krise‘. Denn ‚Krise und Identität‘ läuft auf die Trivialität hinaus, dass wir alle im Laufe unseres Lebens die eine oder andere Krise – oder auch mehrere hintereinander – hinnehmen müssen und die eine oder andere Krise uns nötigt, uns neben anderen möglichen Lösungen obendrein auch ein neues Selbstbild oder Selbstverständnis zu erarbeiten.
Zen-Reflexionen · 04. April 2021
… so vermerkt das Tán-jīng oder ‚Plattform-Sûtra‘, habe der spätere Hui-neng als Küchengehilfe im Kloster des fünften Patriarchen Hong-ren für über tausend Mönche den täglichen Reis gestampft – als unauffälliger Laienbruder, dem niemand weiter Beachtung geschenkt hat. Acht Monate lang, bis Hong-rens Entschluss, einen Nachfolger zu bestimmen, den Anstoß für die eigentlichen Höhepunkte der Hui-neng-Legende mit sich gebracht hat.
Zen-Reflexionen · 15. März 2021
Wenn wir unseren Blick zurückwenden, tief hinein und hinab in die Geschichte des chinesischen Chan, so stoßen wir auf das Faktum, dass dort hin und wieder von einer ‚Großen Angelegenheit‘ gesprochen und geschrieben wird. Damit ist die ‚Große Angelegenheit von Leben und Tod‘ gemeint. Aber wieso sollen ‚Leben und Tod‘ überhaupt eine ‚Große Angelegenheit‘ sein?
Zen-Reflexionen · 28. Februar 2021
Wenn wir uns in einer Zen-Gruppe auf das ‚Sitzen in Versenkung‘ einlassen, dann empfinden wir die Tatsache, dass wir uns selbst vergessen sollen und wollen, um zu uns selbst zu finden, durchaus nicht als Paradoxie. Und doch ist es genau das.
Zen-Reflexionen · 30. Januar 2021
Die Dreiteilung des Zen-Weges, wie sie einem Qing-yuan Xing-si aus dem 7./8.Jahrhundert in den Mund gelegt wird, gehört nicht unbedingt zu den Dingen, die einem Zen-Anfänger gleich zu Beginn unter die Nase gerieben oder, etwas freundlicher formuliert, mit auf den Übungsweg gegeben werden. Passieren kann es gleichwohl.
Zen-Reflexionen · 16. Januar 2021
Im Unterschied zum Anti-Machiavell des jugendlich empörten Friedrich II von Preußen dürfte heutzutage wohl den Aller-Allermeisten zu einem Anti-Parmenides rein gar nichts einfallen. Und das völlig zu Recht. Denn allenfalls ein paar Philosophiehistoriker oder Gräzisten haben überhaupt noch von einem Philosophen namens Parmenides, 5. Jahrhundert v.u.Z., vage oder auch genauere Kenntnis.
Zen-Reflexionen · 16. Januar 2021
Ganz so leicht sollten wir es uns mit Parmenides vielleicht doch nicht machen – das wäre leichtfertig; denn er hätte Besseres verdient, zum Beispiel diese ideengeschichtliche Abschweifung.
Zen-Reflexionen · 29. Dezember 2020
Wenn jemand wie der Betreiber dieses Blogs ernsthaft davon abrät, sich weiterhin an die „heiligen“ Texte des traditionellen Zen zu halten, sie regelmäßig zu rezitieren und zu Wegweisern der eigenen Übung zu erheben, der sieht sich leicht dem Vorwurf oder immerhin dem vorwurfsvollen Bedauern ausgesetzt, „er habe seinen Glauben verloren“.
Zen-Reflexionen · 10. Dezember 2020
Auf die Frage eines Mönchs: rú-hé shì qīng jìng fă-shēn, ‚Was hat es auf sich mit dem reinen und klaren Wahrheitsleib?‘, sagte Yun-men: huā yào lán, ‚Blüte – Medizin – Umzäunung!‘

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