Zen-Reflexionen

Zen-Reflexionen · 13. September 2021
… so hat Wilhelm Gundert, sprachlich höchst gekonnt, die zweite Zeile des ‚Lobgesangs‘ übersetzt, den Xue-dou Zhong-xian dem dritten seiner ‚100 Beispiele der Alten‘ beigegeben hat, aus denen dann hundert Jahre später das Bi-yan-lu hervorgegangen ist. Und diese Übersetzung des chinesischen Originals lädt in der Tat dazu ein, den herablassenden Ton herauszuhören, der ...
Zen-Reflexionen · 10. September 2021
Da kommt ein junger Chinese, frisch promoviert in Philosophie, aus Bonn nach Hannover angereist, um sich von mir für sein Exemplar meiner Bi-yan-lu-Ausgabe eine handschriftliche Widmung zu erbitten. Und weil er sich in meiner weit, weit zurückliegenden akademischen Karriere einigermaßen auskennt, löchert er mich immer wieder mit ein und derselbe Frage, ob meiner Ansicht nach Übereinstimmungen zwischen dem Chan-/Zen-Buddhismus und Platon oder umgekehrt zu entdecken seien.
Zen-Reflexionen · 20. August 2021
… ist ein reines Gedanken-Experiment, das sich an ein Axiom des griechischen Philosophen Epikur, 341 – 271 v.u.Z., anschließt: „Der Tod betrifft uns nicht; denn wenn wir sind, ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, sind wir nicht, deshalb geht uns der Tod nichts an.“
Zen-Reflexionen · 10. August 2021
Sieht sich das Zen-Gedicht nicht dem Vorwurf ausgesetzt, sich der Verantwortung zu entziehen, statt – als der literarische Text, der es ist – immerhin einzustimmen in den Chor der Mahner? Oder ist nicht ein Zen-Gedicht, das sich selbst reflektiert, auch und gerade dann, wenn es die Lage der Menschheit in dunkelstem Schwarz malt, bereits eben das: eine Mahnung?
Zen-Reflexionen · 05. August 2021
Hölderlin – mit seinem Satz an Böhlendorf: „Und wie man Helden nachspricht, so kann ich wohl sagen, dass mich Apollo geschlagen!“ der Begleiter der Schwermut meiner Jugend und auch meiner Einsamkeit – „gehäuft sind rings / Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten / Nah wohnen, ermattend auf / Getrenntesten Bergen …“ – hat den Frühreifen schmerzlich in seinen Bann gezogen, ihm aber auch mit seiner ‚Friedensfeier‘ ungläubig-halbherzig empfangenen Trost gegeben, bis ihm alles Trostbeddürfnis abhanden
Zen-Reflexionen · 02. August 2021
Zwei Zen-Gedichte stehen hier ins Haus, die dasselbe Thema aus zwei Lebensphasen unterschiedlich, wenn nicht gar konträr beleuchten.
Zen-Reflexionen · 31. Juli 2021
Jeder Zen-Einsteiger hat, bevor er sich einer Gruppe anschließt oder zu seinem ersten Sesshin aufbricht, bereits einiges über Zen gelesen (oder wenigstens gehört). Er (oder sie) hat sich einige Namen eingeprägt, die er für bedeutend hält oder die ihm von dritter Seite als bedeutsam nahe gebracht worden sind. Nehmen wir als Beispiele Philip Kapleau oder Taisen Deshimaru oder auch Baker Rôshi.
Zen-Reflexionen · 14. Juni 2021
Diese kryptische Überschrift will wie folgt gelesen werden: ‚Vom DAO zum chinesischen Chan, dem Ursprung des japanischen Zen, und vom Zen zurück zum DAO!‘ Beginnen wir mit dem zentralen Text des Dao De Jing, dem Text 40 in der bei uns üblichen Reihenfolge: „Rückkehr ist die Bewegung des DAO, Schwäche ist der Gebrauch des DAO. / Unter dem Himmel die Zehntausend Dinge entspringen dem Sein (yŏu) und das Sein entspringt dem Nicht-Sein (wú).“
Zen-Reflexionen · 22. Mai 2021
Es ist in aller Munde: Uns steht eine globale Klimakatastrophe bevor, die letztlich die Existenz der gesamten Menschheit bedroht. Ob wir wollen oder nicht – wir müssen versuchen, sie zu verhindern. Vertreter der beiden christlichen Kirchen reden da gerne von einem „Bewahren der Schöpfung“.
Zen-Reflexionen · 08. Mai 2021
Zen, ursprünglich Chan, ist ein Kind des Mahâyâna, und zu den Grundpfeilern des Mahâyâna gehört die Lehre von der ‚Buddha-Natur‘, die allem Seienden innewohnt. Soteriologisch gesehen, lässt der Mahâyâna vor allem mit dieser ‚Buddha-Natur‘ den Theravâda weit hinter sich, der sich darauf beschränkt, die Dinge, also auch das Selbst des Menschen, als ‚leer‘ zu bestimmen, insofern ihnen statt eines dauerhaften Wesens lediglich die Flüchtigkeit eines ‚abhängigen Entstandenen‘ zuerkannt wird

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