Zen-Reflexionen · 30. Januar 2021
Die Dreiteilung des Zen-Weges, wie sie einem Qing-yuan Xing-si aus dem 7./8.Jahrhundert in den Mund gelegt wird, gehört nicht unbedingt zu den Dingen, die einem Zen-Anfänger gleich zu Beginn unter die Nase gerieben oder, etwas freundlicher formuliert, mit auf den Übungsweg gegeben werden. Passieren kann es gleichwohl.
Zen-Reflexionen · 16. Januar 2021
Im Unterschied zum Anti-Machiavell des jugendlich empörten Friedrich II von Preußen dürfte heutzutage wohl den Aller-Allermeisten zu einem Anti-Parmenides rein gar nichts einfallen. Und das völlig zu Recht. Denn allenfalls ein paar Philosophiehistoriker oder Gräzisten haben überhaupt noch von einem Philosophen namens Parmenides, 5. Jahrhundert v.u.Z., vage oder auch genauere Kenntnis.
Zen-Reflexionen · 16. Januar 2021
Ganz so leicht sollten wir es uns mit Parmenides vielleicht doch nicht machen – das wäre leichtfertig; denn er hätte Besseres verdient, zum Beispiel diese ideengeschichtliche Abschweifung.
Zen-Reflexionen · 29. Dezember 2020
Wenn jemand wie der Betreiber dieses Blogs ernsthaft davon abrät, sich weiterhin an die „heiligen“ Texte des traditionellen Zen zu halten, sie regelmäßig zu rezitieren und zu Wegweisern der eigenen Übung zu erheben, der sieht sich leicht dem Vorwurf oder immerhin dem vorwurfsvollen Bedauern ausgesetzt, „er habe seinen Glauben verloren“.
Zen-Reflexionen · 10. Dezember 2020
Auf die Frage eines Mönchs: rú-hé shì qīng jìng fă-shēn, ‚Was hat es auf sich mit dem reinen und klaren Wahrheitsleib?‘, sagte Yun-men: huā yào lán, ‚Blüte – Medizin – Umzäunung!‘
Blog · 25. November 2020
Unser diesjähriges (sechstes !) Seminar im Rinzai Zen-Kloster Hokuozan Sôgenji in Asendorf fand vom 14. - 16. August 2020 statt. Insgesamt waren wir 12 Personen, die sich während hochsommerlicher Temperaturen um ein Holzkohlefeuer versammelt haben um gemeinsam Tee zu trinken.

Zen-Reflexionen · 24. November 2020
Bei meinem letzten Japan-Aufenthalt bin ich während eines Zazenkai gegen meinen Willen mit dem Keisaku geschlagen worden – wie es in Japan allemal denen geschieht, die während des Zazen aus der Rolle, will sagen, aus der vorgeschriebenen Haltung herausfallen. Damals war ich und bin mir auch heute noch keiner Nachlässigkeit bewusst – aufrecht und reglos habe ich dagesessen. Der einzige Grund für die mir auferlegte Korrekturmaßnahme war, dass ich – vorsätzlich – die Augen...
Blog · 19. November 2020
Bei der Weitergabe der Feinheiten der japanischen Teezeremonie, in diesem Fall der Ueda Sôko-Tradition, hat es sich immer wieder als hilfreich erwiesen, zu scheinbar abwegigen Vergleichen zu greifen. Und diesmal steht ein Vergleich mit der Tempelarchitektur der alten Griechen auf dem Plan.
Zen-Reflexionen · 18. November 2020
Bodhisattvas – das sind jene erhabenen Wesen, die gelobt haben, nicht eher ins endgültige Nirvâna, sprich, in die buddhistische ‚ewige Seligkeit‘ einzugehen, als bis sie sämtliche Wesen gerettet haben. Nun ist das mit der Rettung aller Wesen so eine Sache. Heutzutage will sich die derzeitige Menschheit ja nicht einmal vor den unmittelbar drohenden katastrophalen Folgen des Klimawandels retten lassen. Innerhalb des buddhistischen Mythos hingegen, der auch in der Welt des Zen immer noch...
Zen-Reflexionen · 28. Oktober 2020
‚Buddha-Natur‘, dieser bei westlichen Zen-Anhängern übliche Begriff (im englischen Sprachraum ‚Buddha nature‘) entstammt dem chinesischen Chan. In den dortigen Texten ist von fó xìng die Rede, wobei fó ganz eindeutig ‚Buddha‘ bedeutet, wohingegen xìng rein lexikalisch betrachtet eine Vielzahl von Bedeutungen haben kann: ‚Wesen‘, ‚Natur‘, ‚Charakter‘, ‚Veranlagung‘, ‚Beschaffenheit‘ oder ‚Eigenschaft‘. Von all diesen möglichen Bedeutungen bleiben im...

Mehr anzeigen