Zen-Reflexionen · 22. August 2020
Die älteste für uns greifbare Version der Buddha-Lehre ist der Theravâda, zu schriftlicher Form geronnen im Pali-Kanon. Dieser Theravâda enthält für seine Anhänger in den zehn Shîla genaue Vorschriften für den ‚rechten Lebenswandel‘, ohne den das Ziel der Buddha-Lehre, die ‚Befreiung‘ von den Übeln der Welt, nicht möglich ist. Die Shila richten sich in erster Linie an die Mönche und Nonnen, aus denen sich die eigentliche Anhängerschaft des Buddha zusammensetzt. Auch Laien...
17. August 2020
Unser diesjähriges (sechstes !) Seminar im Rinzai Zen-Kloster Hokuozan Sôgenji in Asendorf fand vom 14. - 16. August 2020 statt. Insgesamt waren wir 12 Personen, die sich während hochsommerlicher Temperaturen um ein Holzkohlefeuer versammelt haben um gemeinsam Tee zu trinken.

06. August 2020
Anläßlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfes auf Hiroshima hat am Morgen des 6. August 2020 eine Gedenkveranstaltung in der Ruine der Aegidienkirche Hannover stattgefunden.

Zen-Reflexionen · 05. August 2020
Mein vorletztes Buch, ZEN – „Der Duft Hunderter von Blumen“, hat sich dem Vorwurf ausgesetzt gesehen, mit der Abschaffung von ‚Buddha-Natur‘ oder ‚Buddha-Wesen‘, beides chinesisch fó-xìng, sowie von dharmakâya, dharmadhâtu und shûnyatâ nichts als Nihilismus zu predigen. In der Tat, wenn wir uns an Friedrich Nietzsche, den selbsternannten Verkünder des europäischen Nihilismus, halten, dann besteht der Vorwurf zu Recht: >Nihilismus bedeutet, dass die obersten Werte sich...
24. Juli 2020
Nach ‚Bi-yan-lu‘, ‚Cong-rong-lu‘, ZEN – vom Kopf auf die Füße gestellt und ZEN – „Der Duft Hunderter von Blumen“ ist ein weiteres Buch von Dietrich Roloff erschienen. Es trägt den Titel ‚Zen und Zeit‘ (Books on Demand).

Zen-Reflexionen · 18. Juli 2020
Welche Unverfrorenheit, eine solche Frage überhaupt zu äußern! Dôgen, einer der Giganten des japanischen Zen, der mit seinem Shôbôgenzô ein über die Jahrhunderte ausstrahlendes spirituelles Werk geschaffen hat! Doch gemach! Ob Lehrmeinungen und Maximen einen Fortschritt oder Rückschritt darstellen, hängt allein von der Bezugsgröße ab: wem gegenüber fort- oder rückschrittlich? Und in diesem Fall sei von vornherein klargestellt, dass die nachfolgenden Überlegungen ihre...
Zen-Reflexionen · 18. Juli 2020
Dieser zweite Blog-Eintrag zu Dôgens Shôbôgenzô fasst nur ein einzelnes Kapitel ins Auge: das umfangreiche und thematisch bedeutsame Kapitel Fo-xing. Dabei gilt es auch, die deutsche Übersetzung der Nishijima-Version des Shôbôgenzô sowie etwaige Anmerkungen Nishijimas auf den Prüfstand zu stellen. Beginnen wir gleich mit dem Titel. Er lautet, Band II der vierbändigen Kristkeitz-Ausgabe, Busshô. Die Buddha-Natur. Auch in diesem Kapitel greift Dôgen auf Texte noch weit vor der Zeit...
Zen-Reflexionen · 18. Juli 2020
Vorweg ein Geständnis: Meinen Selbstversuch, Dôgens Shôbôgenzô Kapitel für Kapitel hintereinander weg durchzulesen, ja durchzuarbeiten, habe ich nach zweien der vier Kristkeitz-Bände aufgeben müssen. Für einen Europäer des 21. Jahrhunderts, der sich, wenn auch nur höchst laienhaft, mit den Selbstverständlichkeiten moderner Wissenschaft auskennt, ist insbesondere der Glaubenseifer, mit dem sich Dôgen zu den überbordenden Mythen der Mahâyâna-Sûtren bekennt, auf Dauer schwer...
Zen-Reflexionen · 18. Juli 2020
„[Ich,] der Mönch vom Berge [hier, habe] keinen einzigen Dharma, [den ich] den Menschen geben [könnte]; es ist nur so, [dass ich] Krankheiten heile [und] Fesseln löse.“ Selbstverständlich hat der historische Lin-ji Yi-xuan (gest. 866), anders als sein Alter Ego im Lin-ji Lu von 1120 von sich selbst aussagt, sehr wohl einen Dharma, eine Lehre sein Eigen genannt. Denn was sollte beispielshalber die Behauptung von dem einen „wahren Menschen“, der da während der Lehrvorträge Lin-jis...
Zen-Reflexionen · 18. Juli 2020
Machen wir uns von vornherein klar, dass wir mit dem Lin-ji Lu ein Produkt der Song-Zeit vor uns haben, genauer gesagt, der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie (960 - 1126) – eine Monographie, die gleichwohl vorgibt, die Lehren und Aussprüche eines Chan-Meisters der Tang-Zeit (618 -906) authentisch wiederzugeben. (In der Tat muss es eine solche tatsächlich authentische Wiedergabe einmal gegeben haben, und zwar zusammengestellt von Lin-jis unmittelbarem Nachfolger San-sheng Hui-ran, der damit...

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